Zahnarztpraxis Ralf Daher
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Angst

Phänomen Angst

Die Erklärung der körperlichen Reaktion auf Angst ist eine natürliche Reaktion, ursprünglich als Schutzmaßnahme zur Lebensrettung und deshalb sicherheitshalber dem vegetativen Nervensystem untergeordnet. Das heisst willentlich unbeeinflussbar bedeutet oft schon eine Art ‘erster Hilfe’ für den Betroffenen. So sollte also zunächst das Phänomen Angst dem Patienten erklärt werden. Angst bezeichnet einen Erregungszustand des Körpers auf akute Bedrohung. Der Körper bereitet sich auf eine Reaktion im Sinne von Flucht oder Kampf vor. MEHR…

Die Folgen sind:

  1. Herzfrequenz, Herzzeitvolumen, Schlagvolumen und Blutdruck steigen an, um die Durchblutung der Muskulatur zu verbessern.
  2. Gespeicherte Energie (Fett/Glykogen) wird mobilisiert, damit die Muskulatur mehr Brennstoff zur Verfügung hat.
  3. Die Muskeln werden angespannt, um sie auf eine schnelle Reaktion vorzubereiten.
  4. Die Atmung wird tiefer und schneller, um den Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen. Wenn es nicht zu einer Umsetzung in Bewegungsenergie kommt, erzeugt diese Art der Atmung schnell ein Schwindelgefühl.
  5. Die äußeren Blutgefäße an der Körperoberfläche werden verengt, das Gesicht wird blass.
  6. Kalter Schweiß tritt als Vorbereitung auf das zu erwartende eigentliche Schwitzen aus, noch bevor das eigentliche Schwitzen infolge von Muskelaktivität einsetzt.
  7. Man beginnt zu zittern, die Haare sträuben sich, da der Körper sich nach der Verengung der Blutgefäße auf die erhöhte Anfälligkeit für Kälte vorbereitet.
  8. Die Pupillen werden erweitert, um eine bessere Sicht zu ermöglichen.
  9. Die Verdauungstätigkeit wird ausgesetzt, um mehr Blut für die Bewegungsmuskeln zur Verfügung stellen zu können.
  10. Die Trockenheit des Mundes ist auf das Aussetzen der Verdauungstätigkeit zurückzuführen.
  11. Der Drang, Blase und Darm zu entleeren, dient der Befreiung von unnötigem Ballast. Es kommt zu einer massiven Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin.
  12. Die Stresshormone greifen in den Gehirnstoffwechsel ein. Sie blockieren den Gedankenfluss, so das Flucht oder Kampf nicht durch umständliche Gedanken behindert werden. Es kommt zum so genannten Tunnelblick: Die Wahrnehmung konzentriert sich ausschließlich auf Kampfplatz oder Fluchtweg.

Nach etwa 20 Minuten baut sich das Angstprogramm von ganz allein ab. Das ist biologisch unabänderlich vorbestimmt. Der Organismus kann nicht unbegrenzt Stressschübe organisieren. Er verfällt nach 20 Minuten automatisch in den Leerlauf, weil ihm einfach der Stoff ausgegangen ist. Angst ist ein Warnsystem zur Lebensrettung – ein hilfreicher Verbündeter. Verbessert wird das Warnsystem durch die Fähigkeit, Gefühle zu erinnern.

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